Abschlussarbeiten

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Vergleich von Binauralsynthese und Freifelddarbietung zur Bestimmung der Lokalisationsgenauigkeit von Schallen bei bilateral versorgten CI-Trägern
Kerstin Thölke

Bachelorarbeit im Studiengang Hörtechnik und Audiologie
Betreut durch Prof. Dr. Martin Hansen und Priv.-Doz. Dr. Tobias Weißgerber Audiologische Akustik Universitätsklinikum Frankfurt
Eingereicht am 22. Dezember 2021

Diese Arbeit untersucht die Validität der Richtungshörmessung mit Binauralsynthese bei bilateral versorgten Cochleaimplantat-Trägern (CI-Trägern) als Alternative zur Freifeldmessung. Es nahmen 10 Normalhörende (NH) und 8 bilateral versorgte CI-Träger an den Messungen teil. Aus insgesamt 14 Schalleinfallsrichtungen (je 7 von vorne und hinten im Bereich von ±60 Grad in der Horizontalebene) wurden ein weißes, gepulstes Rauschen und ein Sprachstimulus dargeboten. Neben der Freifeldpräsentation wurden die Signale mit statischer und dynamischer Binauralsynthese mit Headtracking und direkter Signaleinkopplung an das CI präsentiert. Es wurden nicht-individuelle kopfbezogene Übertragungsfunktionen (Head-related-transfer-functions, HRTF) eines Kunstkopfs verwendet. Die CI-Träger erreichten im Median über alle Prüfwinkel gemittelt einen Winkelfehler von 12 Grad im Freifeld und 16 Grad mit Binauralsynthese. Die vorne-hinten-Verwechslungsrate betrug 41 Prozent, bzw. 48 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Konditionen sind statistisch nicht signifikant. Insgesamt erzielte die CI-Gruppe signifikant schlechtere Ergebnisse als die NH-Gruppe, teilweise lagen die Angaben im Bereich der Ratewahrscheinlichkeit. Die Binauralsynthese mit nicht-individuellen HRTF auch unter Verwendung von Headtracking stellt aktuell als Methode zur Überprüfung der Richtungshörfähigkeit bei CI-Trägern durch die fehlende Vergleichbarkeit der Messergebnisse keine valide Alternative zur Freifelddarbietung dar.

This thesis investigates the validity of a sound source localization measurement with binaural synthesis in bilateral cochlear implant (CI) users as an alternative to the freefield measurement. 10 normal hearing (NH) and 8 bilaterally fitted CI users participated in the study. A pulsed white noise and a speech stimulus were presented from a total of 14 sound incidence directions (7 each from the front and back in the range of ± 60 degree in the horizontal plane). In addition to free-field presentation, signals were presented using static and dynamic binaural synthesis with head tracking and direct audio input to the CI. Non-individual head-related-transfer-functions (HRTF) of an artificial head were used. CI users achieved a median angular error averaged over all test angles of 12 degrees in the free field and 16 degrees with binaural synthesis. The front-back confusion rate was 41 percent, and 48 percent, respectively. The differences between conditions were not statistically significant. Overall, the CI group performed significantly worse than the NH group, with some subjects performing at chance level. Binaural synthesis with non-individual HRTF, even when using head tracking, is currently not a valid alternative to free-field presentation as a method for testing directional hearing in CI users due to poor comparability of measurement results.

SARS-CoV-2-Surveillance in Hamburg - Evaluation des digitalen Meldesystems und statistische Analyse der Meldedaten
Dr. Christina Strauß

Masterarbeit im Studiengang Public Health
Betreut durch PD Dr. Silja Bühler, Institut für Hygiene und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg und Prof. Dr. Inga Holube
Eingereicht am 21. September 2021

Am 29. Februar 2020 wurde in Hamburg der erste Fall einer Infektion mit SARS-CoV-2 gemeldet. Bis zum 01. Juli 2021 erfolgten in der Hansestadt in drei Wellen insgesamt 77.370 Meldungen nachgewiesener Infektionen mit diesem im Dezember 2019 erstmalig in China aufgetretenen Erreger, dessen Ausbreitung schnell ein pandemisches Ausmaß annahm. Seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes ist die elektronische Surveillance meldepflichtiger Infektionskrankheiten deutschlandweit vorgeschrieben. Das digitale Meldesystem wird im Rahmen der Pandemie in einem bisher unvergleichbaren Maße auf die Probe gestellt. In der vorliegenden Studie wurden Simplizität, Datenqualität und Rechtzeitigkeit des Hamburger Systems zur Meldung von SARS-CoV-2-Fällen evaluiert. Die Evaluation zeigte, dass es in Bezug auf die Rechtzeitigkeit der Fallübermittlung gut aufgestellt ist. Für Simplizität und Datenqualität konnten Optimierungspotenziale identifiziert werden. Aktuell getrennte Systeme für Fallmanagement und Fallmeldungen sowie z.T. nicht-automatisierte Schnittstellen bergen ein hohes Risiko für Datenverluste oder Fehler beim Übertragen zwischen den Systemen – insbesondere unter der hohen Belastung einer Pandemie. Trotzdem konnte dieses System dem bisherigen Fokus der Surveillance gerecht werden. Die Analysen haben aber auch gezeigt, dass nicht sämtliche der übermittlungspflichtigen Daten in hoher Vollständigkeit vorliegen und diese damit gegebenenfalls einer Nachpflege bedürfen. Mit einer Abkehr von der 7-Tage-Inzidenz neuer Infektionen als Indikator für Eindämmungsmaßnahmen, gewinnt die Datenqualität dieser Informationen an Bedeutung. Eine Optimierung des digitalen Meldesystems bietet die Perspektive, die Datenqualität zu verbessern. Weiterhin wurden im Rahmen der vorliegenden Masterthesis die Altersverteilung und der Schweregrad der Erkrankungen in den drei bisherigen Pandemiewellen auf Basis der Meldedaten verglichen und rechnerisch überprüft, ob die Demographieunterschiede der Hamburger Bezirke (bzgl. Alter und Geschlecht) die Unterschiede der bezirksspezifischen 7-Tage-Inzidenzen begründen könnten. Die statistischen Analysen der Meldedaten haben gezeigt, dass über die bisherigen Pandemiewellen eine Verschiebung der in Hamburg infizierten Altersgruppen hin zu jüngeren Personen stattgefunden hat. Weiterhin nahm der Anteil milder Krankheitsverläufe zu. Es ist wahrscheinlich, dass beide Phänomene zumindest teilweise auf die fortschreitende Impfkampagne zurückzuführen sind. Die Hypothese, Demographieunterschiede seien der Grund für Unterschiede der bezirksspezifischen 7-Tage Inzidenzen, konnte durch die durchgeführten Analysen nicht gestützt werden, sodass hier weitere wissenschaftliche Studien folgen sollten.

On February 29th, 2020, the first case of an infection with SARS-CoV-2 was reported in Hamburg. Until July 1st of the following year there were all together 77.370 proven infections with this emerging pathogen which first occurred in China in December 2019 and quickly spread to become a pandemic. Since the introduction of the “Infektionsschutzgesetz”, the digital surveillance of notifiable infectious diseases is mandatory in Germany. During the course of the pandemic, this surveillance system is put to the proof in a so far incomparable manner. For the present study, simplicity, data quality and timeliness of the surveillance system for the reporting of SARS-CoV-2-cases in Hamburg was evaluated. It was shown that its performance regarding timeliness is on a high level. With respect to the attributes of simplicity and data quality, potential for optimization was identified. Currently separated systems for case-management and reporting of cases as well as partially not automatized interfaces bear a high risk of data loss or incorrect transfer of data between the systems – especially under the high pressure of a pandemic. Nevertheless, the system was able to serve the former demand and focus of the regional surveillance. But analyses have shown that the completeness of data that is by law mandatory to be reported, is not high in all cases. Since German surveillance starts to shift from using the 7-day incidence of new infections as an indicator for introducing containment measures, a high data quality of this other information becomes increasingly important. An optimization of the digital reporting system provides the opportunity to increase the data quality. Furthermore, the age distribution and the severity of disease of the reported SARS-CoV-2-cases were analyzed and compared between the three pandemic waves until the end of June 2021. It was also calculated whether demographic differences of Hamburg’s districts (regarding age and gender) can account for the differences in district-specific 7-day incidences of new infections. Analyses showed that over the three pandemic waves the ratio of infected age groups in Hamburg shifts to an increasing share of younger people getting infected. Also, the amount of people having a mild course of disease becomes bigger. Both trends might originate from the progressing vaccination campaign. The hypothesis, that the different amounts of infections in Hamburg’s seven districts result from the differences in their demographic, was not supported by the present thesis. Further studies will be necessary to reliably identify possible reasons.

Entwicklung einer Anwendung mit grafischer Oberfläche zur Positionierung eines Eye-Tracking Systems
Carina Fischer

Bachelorarbeit im Studiengang Assistive Technologien
Betreut durch Prof. Dr. Frank Wallhoff und Rebecca Heuermann B.Eng.
Eingereicht am 7. September 2021

Das Ziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, dass eine Anwendung programmiert wird, die bei der Positionierung eines Eye-Tracking-Systems genutzt wird. In dieser Arbeit wird dabei im besonderen auf die Positionierung im Kontext der Unterstützten Kommunikation Bezug genommen. Die Positionierhilfe soll eine genauere Positionierung ermöglichen und zusätzliche Informationen liefern. Dadurch soll bei der Nutzung der Kommunikationsgeräte eine gleichbleibende Ausrichtung und damit eine bestmögliche Nutzung der Geräte gewährleistet werden. Die gesamte Entwicklung erfolgt mit den Methoden des Usability-Engineerings in Zusammenarbeit mit Expert_innen für Unterstützte Kommunikation. In der Umsetzung wird die Entwicklung der Anwendung dargestellt. Die Anwendung wird für die Nutzung mit der Alea IntelliGaze CAM30NT entwickelt. Durch die entwickelte Anwendung kann bereits ein Mehrwert durch die Korrektur bei Rotationen und eine angezeigte Korrekturrichtung erzielt werden. Trotzdem ist es nötig, dass die Anwendung vor der Veröffentlichung mit den Nutzenden weiter evaluiert wird.

The aim of this bachelor thesis is that an application is programmed which is used for the positioning of an eye tracking system. In this work, particular reference is made to the positioning in the context of Augmentative and Alternative Communication. The positioning aid should enable more precise positioning and provide additional information. This is intended to ensure an unchanged orientation for the use of the communication devices and thus the best possible use of the devices. The entire development is carried out using the methods of usability engineering in cooperation with experts for assisted communication. The implementation shows the development of the application. The application is developed for use with the Alea IntelliGaze CAM30NT. The implemented application can already achieve added value through the correction of rotations and an indicated direction of correction. Nevertheless, it is necessary that the application be further evaluated with the users before publication. Keywords:

Vergleich von drei audiometrischen Untersuchungssetups zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit und des Hörstatus von Cochlea-Implantat-Systemen
Kevyn Kogel

Bachelorarbeit im Studiengang Hörtechnik und Audiologie
Betreut durch Prof. Dr. Inga Holube und PD Dr. Matthias Hey (Audiologie der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie im UKSH Kiel)
Eingereicht am 28. Juni 2021

In dieser Arbeit wurden drei audiometrische Untersuchungssetups, welche zur Erhebung von Kenndaten für die Überprüfung der Funktionalität und des Hörstatus der CI-Träger:innen verwendet werden bzw. eingesetzt werden könnten, miteinander verglichen. Die drei Untersuchungssetups bestehen aus dem klinischen Verfahren (KV), dem automatischen ClosedLoopProgram-Verfahren (CLP-V) und dem appbasierten Verfahren (APP-V). Es soll ermittelt werden, ob Informationen durch die Reduzierung von Messungen bzw. die Verwendung anderer Testarten verloren gehen. Die Messdaten wurden in der HNO-Klinik des UKSH erhoben. Durch die gewonnenen Informationen soll ein zukünftiger Einsatz des CLP-V und APP-V für die CI-Nachsorge ermöglicht werden. Das KV beinhaltet bereits etablierte Messungen für CI-Nachsorge-Untersuchungen. Das CLP-V und APP-V finden bislang noch keine Anwendung in der Nachsorge von CI-Patient:innen. Die 27 Proband:innen führten psychoakustische Messungen (Aufblähkurve und Hörfeldskalierung), Sprachtests in Ruhe (Freiburger Mehr- und Einsilber-Test in geschlossener/offener Test-Durchführung) und Sprachtests im Störgeräusch (Oldenburger Satztest und Ziffern-Tripel-Test) durch. Statistisch signifikante Unterschiede wurden zwischen den Ergebnissen für die Hörfeldskalierung des KV und CLP-V gefunden. Zwischen den Zahlenschwellen des Freiburger Mehrsilber-Test konnte für das KV und CLP-V kein signifikanter Unterschied gefunden werden. Die Ergebnisse des Freiburger Einsilber-Tests des CLP-V sind signifikant besser als die Ergebnisse des KV bei dem Messpegel 50 dB. Die Sprachverständlichkeitsschwellen des Oldenburger Satztests und Ziffern-Tripel-Tests zeigen keinen signifikanten Unterschied. Die erhobenen Daten der Untersuchungssetups zeigen bis auf die Messungen der Hörfeldskalierung vergleichbare Messergebnisse.

In this work, three audiometric test setups, which are used or could be used to collect key data for checking the functionality and hearing status of CI wearers, were compared. The three setups consist of the clinical procedure (KV), the automatic ClosedLoopProgram procedure (CLP-V), and the app-based procedure (APP-V). The aim is to determine whether information is lost due to the reduction of measurements or the use of other types of tests. The measurement data were collected in the UKSH ENT clinic. The information obtained is intended to enable future use of the CLP-V and APP-V for CI follow-up care. The KV includes already established measurements for CI follow-up examinations. The CLP-V and APP-V has not yet been used in the follow-up care of CI patients. The 27 test subjects carried out psychoacoustic measurements (free field audiometric threshold and categorical loudness scaling), speech tests in quiet (Freiburg multi-and monosyllabic test in closed / open test execution) and speech tests in noise (Oldenburg sentence test and digit triplet test). Statistically significant differences between the results were found for the categorical loudness scaling of KV and CLP V. No significant difference could be found between the thresholds of the Freiburg multisyllabic test for KV and CLP V. The results of the Freiburg monosyllabic test of the CLP-V are significantly better than the results of the KV at the measurement level of 50 dB. The speech recognition thresholds of the Oldenburg sentence test and the number triplet test show no significant difference. The data collected from the examination setups show comparable measurement results except for the measurements of the categorical loud-ness scaling.

Nutzerzentrierte Entwicklung eines variablen Aktivitätenangebots für Tagespflegeeinrichtungen auf Basis der Roboterplattform Pepper
Jan Ole Eppmann

Bachelorarbeit im Studiengang Assistive Technologien
Betreut durch Prof. Dr. Frank Wallhoff und Alexandra Kolozis MPH
Eingereicht am 27. Mai 2021

Ein Bereich, in dem sich besondere Potentiale der Unterstützung durch technische Assistenzsysteme bieten, ist die Altenpflege. Dort findet eine immer stärkere Belastung der Pflegekräfte statt, während in der Regel Menschen mit heterogener Pflegebedürftigkeit und Leistungsfähigkeit versorgt werden. Als solche Assistenzsysteme können beispielsweise humanoide Roboter eingesetzt werden, da ihnen initial häufig ein hohes Maß an Akzeptanz entegegengebracht wird. In verschiedenen Forschungsprojekten werden Roboter wie Pepper eingesetzt um beispielsweise bei Bewegungsübungen zu assistieren oder für Unterhaltung zu sorgen. In dieser Arbeit wird die Entwicklung eines durch Pepper angebotenen, adaptiven Aktivitätenangebots für Tagespflegeeinrichtungen, auf Basis von Erkenntnissen aus Experteninterviews beschrieben. In diesen Interviews wurde unter anderem deutlich, dass die Gäste zu unterschiedliche Ansprüche und Möglichkeiten haben, um eine realitische Einschätzung, beispielsweise zur Beliebtheit von Aktivitäten, durch den Roboter vorzunehmen. Daher fiel die Entscheidung auf die Entwicklung einer Weboberfläche, über welche die Pflegekräfte die Abläufe und den Umgang durch Pepper konfigurieren können. Dies geschieht hauptsächlich mittels sogenannter Routinen, die eine Auswahl an Aktivitäten umfassen und für jeden Gast einzeln erstellt werden können.

The elderly care is a field where technical assistive systems can have special potentials. There is an increasing load for caregivers, while they usually take care of people with a varying need of care and capabilities. One kind of assistive system that could be used in this setting are humanoid robots, because they are initially often met with a high level of acceptance. In various research projects, robots such as Pepper are used, for example, to assist with movement exercises or to provide entertainment. In this thesis, the development of an adaptive activity selection for day care facilities, offered by Pepper, is described. It is based on findings from expert interviews, in which it became clear that the guests have too different demands and possibilities for the robot to make a realistic estimation, for example about the popularity of activities. Therefore, the decision was made to develop a web interface, over which the caregiver can configure the sequences of events and behavioral rules taken into account by Pepper. This is mainly done by means of so-called routines, which include a selection of activities and can be created individually for each guest.

Design und Entwicklung von Anwendungsszenarien des assistiven Roboters Temi für die stationäre Pflege
Jonas Keil

Bachelorarbeit im Studiengang Assistive Technologien
Betreut durch Prof. Dr. Frank Wallhoff und Dr.-Ing. Vanessa Cobus
Eingereicht am 10. Mai 2021

Bereits vor der COVID-19-Pandemie war der Pflegenotstand ein Thema in der Politik und stellte die Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Mittlerweile sind der Druck und die Belastung auf die Pflegebranche enorm gestiegen, sodass immer häufiger Angestellte in Teilzeit wechseln oder kündigen. Die dürftigen Arbeitsbedingungen in Kombination mit geringen Löhnen, sorgen für Personalknappheit und führen zum Pflegekräftemangel. Der Pflegenotstand lässt sich zudem auf den langsamen Fortschritt der Digitalisierung in der Pflege zurückführen. Hierzu gehört unter anderem der mangelnde Einsatz von Robotern, die zur Unterstützung der Angestellten in der Pflege eingesetzt werden. Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Erstellung und dem Design von Anwendungsszenarien des Roboters Temi für den Einsatz in einer stationären Pflegeeinrichtung. Im Zuge der vorangegangenen Praxisphase wurde der Roboter durch die Implementierung einer Fernsteuerung technisch erweitert, sodass dieser nun zusätzlich aus der Ferne navigiert werden kann. Im Verlaufe der Ausarbeitung wird verdeutlicht, inwiefern der Roboter Temi als Pflegeroboter sinnvoll in einer Pflegeeinrichtung eingesetzt werden könnte. Neben Recherchen werden hierfür Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Pflegebranche hinsichtlich einer ökonomischen und effizienten Integration des Roboters befragt. Aus den Recherchen, den Interviews und der Softwareimplementierung ergaben sich schlussendlich unterschiedliche Anwendungsszenarien, die den potentiellen Nutzen des Roboters in einer Pflegeeinrichtung veranschaulichen.

Even before the COVID-19 pandemic, the current nursing situation was a problem discussed in politics, because it challenged the society. In the meantime, the pressure and the burden on the nursing care sector has increased enormously, so that an increasing amount of employees change to a part-time schedule or quit. The poor working conditions in combination with low wages result in a shortage of nursing staff. The situation can also be traced back to the slow progress of digitalization in this area. This also includes the small amount of robots, which are used to support the employees. The present elaboration deals with the creation and design of application scenarios for the robot Temi to be used in a stationary care facility. In the previous project, the robot was also technically enhanced by implementing a remote control, enabling nursing staff to control the robot from further away. The elaboration will show how the Temi robot could be used in a care facility. In addition to the research, experts from different areas of the care sector are inquired about an economical and efficient integration of the robot. The research, the interviews and the software implementation ultimately resulted in different application scenarios that show the potential benefits of the robot in a care facility. Keywords:

Entwicklung eines adaptiven Assistenten auf Basis von unüberwachten maschinellen Lernens mit xAPI-Nutzungsinteraktionsdaten in Serious Games
Geraldine Sutter

Bachelorarbeit im Studiengang Assistive Technologien
Betreut durch Prof. Dr. Frank Wallhoff und Dipl.- Inf. Alexander Streicher
Eingereicht am 30. April 2021

In dem Prozess des Lernens macht jeder unterschiedliche Fortschritte und benötigt dementsprechend individuelle Anleitung. In Zeiten der Digitalisierung, wird vermehrt auf Serious Games gesetzt, welche dem Nutzer spielerisch den Lernstoff nahebringen. Dadurch entfällt die Notwendigkeit einer menschlichen Assistenz. Wenn ein Lehrer nicht vor Ort sein kann um zu unterstützen, kann dies zu Frustration führen. Deshalb wäre ein virtueller Assistent, der sich adaptiv an das Lernverhalten des Nutzers anpasst, vorteilhaft. Ziel dieser Arbeit ist die Umsetzung eines intelligenten virtuellen Assistenten. Hierbei soll der bereits vorhandene Assistent Smart LISA verbessert, also "intelligent" gemacht werden. Die Forschungsfrage ist, ob es möglich ist, eine künstliche Intelligenz (KI) zu erstellen, welche das Nutzerverhalten in einem Spiel analysiert, mit anderen Nutzern vergleicht und das Agieren des Assistenten darauf adaptiv anpasst. Um einen solchen Assistenten implementieren zu können wurde ein xAPI-Tracker genutzt, um die Lerndaten der Nutzer aufnehmen zu können. Der Assistent kommuniziert mit einem Cluster-Server, welcher die Nutzerdaten kategorisiert und ein passendes Cluster zurückgibt. Für dieses Clustering wurde der Elkan-Algorithmus genutzt. Dieser Assistent wurde in ein Lernspiel eingebaut und in einer Online-Studie getestet und bewertet. Durch diese Studie wurde deutlich, dass Nutzer eine passive Unterstützung bevorzugen.

In the process of learning, everyone makes different progress and needs individual guidance accordingly. In times of digitalization, there is more and more reliance to Serious Games are set, which playfully bring the learning material closer to the user. This replaces the human assistance. It can lead to frustration, if a teacher cannot be on site to assist. Therefore, a virtual assistant would be beneficial, that adaptively adjusts to the user’s learning behavior. The purpose of this work is the implementation of an intelligent virtual assistant. The existing assistant Smart LISA is to be improved, or other words, it is to be made „intelligent“. The research question is whether it is possible to create an Artificial intelligence (AI) that analyzes user behavior in a game, compares it with other users, and adaptively adjusts the assistant’s actions accordingly. To implement such an assistant, an xAPI tracker was used to record the learning data of the users. The assistant communicates with a cluster server, which categorizes the user data and returns a matching cluster. For this clustering the Elkan algorithm was used. This assistant was built into an educational game and tested and evaluated in an online study. Through this study, it became apparent that users prefer passive assistance.

Sprachkommunikation trotz Gehörschutz - Möglichkeiten und Grenzen aktueller Systeme und neuer Technologien basierend auf blinder Quellentrennung
Martin Berdau

Bachelorarbeit im Studiengang Hörtechnik und Audiologie
Betreut durch Prof. Dr. Jörg Bitzer und Dr. Jan Rennies-Hochmuth
Eingereicht am 29. April 2021

Das Ziel dieser Arbeit war es, eine auf DNNs basierende blinde Quellentrennung, welche zuvor in Film und Fernsehen zur Sprachverbesserung angewandt wurde, im Kontext von Gehörschutz zu evaluieren und in einen vorliegenden Gehörschutz zu implementieren, um die Sprachverständlichkeit in Lärmumgebungen zu steigern. Außerdem sollten generelle Gehörschutz-Charakteristika anhand von fünf aktuellen Gehörschutzmodellen ermittelt werden. Zunächst wurde eine offline betriebene Analyse mit Lärmsignalen und Sprache mittels objektiver Maße durchgeführt, um das Potenzial der vorliegenden Quellentrennung zu ermitteln. Anschließend wurden mehrere Analysen mit Kunstkopfmessungen durchgeführt, um Übertragunsfunktionen, dynamisches Verhalten, Erhaltung binauraler Parameter und die Sprachverarbeitung durch die Gehörschützer zu untersuchen. Die Offline-Analysen zeigten, dass die Signale der Quellentrennung (Sprache und Hintergrundgeräusch) verwendet werden können, um den SNR und damit die Sprachverständlichkeit zu erhöhen. Für niedrige SNR zeigte sich bei dem Gehörschutz mit Quellentrennung, dass die Sprachverständlichkeit erhöht werden kann, während bei hohen Sprachpegeln ein durch die Verarbeitungsverzögerung auftretender Echoeffekt merkbar wurde, der die Sprachverständlichkeit störte. Für alle verwendeten Gehörschützer zeigt sich, dass große Unterschiede bezüglich der frequenzabhängigen Dämpfung sowie teilweise eine starke Verzerrung der interauralen Pegeldifferenzen zu beobachten sind, was negative Implikationen auf die Umgebungswahrnehmung und Orientierung haben könnte.

The aim of this bachelor thesis was to use a DNN-based blind source separation, which had previously been used successfully for enhancing speech in tv broadcasting, in a hearing protection device with the intention to improve speech intelligibility in noisy environments. Furthermore, five other hearing protection devices were selected for analysis of their characteristics. Offline experiments with speech and noise signals were conducted using objective measures to investigate the potential of the chosen source separation. Afterwards transfer functions, dynamic behaviour, preservation of binaural cues and speech processing were analysed for all devices. The offline evaluation of the source separation showed, that the seperated signals (extracted speech and background noise) can be used in order to boost speech intelligibility by mixing back the signal at a better signal-to-noise-ratio. While running the source separation on a hearing protection device, speech intelligibility increased for low levels of speech. However, when exposed to high levels of speech, transmitted sound and the delayed signal by the source separation caused an echo effect, reducing speech intelligibility. All used hearing protection devices differed strongly regarding their frequency specific damping while some of them also caused heavy distortions of interaural level differences, which may be problematic for spatial awareness and orientation.

Evaluierung von Methoden zur Detektion von Artefakten in Ohr-nah gemessenen EEG-Daten
Jill Hemberger

Bachelorarbeit im Studiengang Assistive Technologien
Betreut durch Prof. Dr. Frank Wallhoff und Dr.-Ing. I. Wolf
Eingereicht am 22. April 2021

Zur mobilen drahtlosen Anwendung von EEG-Messungen wurden Ohr-nahe EEG-Systeme entwickelt. Diese sollen unter anderem zur alltäglichen Anwendung oder zur Überwachung von Epilepsie Patienten beitragen. Da es bei EEG-Messungen stets zu Artefakten kommt, erschweren diese die Anwendung von EEG-Messungen in diesen Situationen. Um Unterschiede zwischen den klassischen EEG-Daten und Ohr-nahen EEG-Daten festzustellen wurden diese zunächst zeitlich analysiert. Daraufhin wurden Artefakte in Ohr-nah gemessenen EEG-Daten identifiziert und charakterisiert, um diese zuverlässig identifizieren zu können. Dabei wurde aufgezeigt in welchen Kanälen bestimmte Artefakte primär enthalten sind, deren durchschnittliche Amplitude bestimmt und deren Form analysiert. Um Artefakte aus Ohr-nah gemessenen EEG-Daten zuverlässig detektieren und anschließend entfernen zu können wurden die drei Methoden Threshold, Kurtosis und Joint Probability dazu evaluiert. Die Anzahl der jeweils detektierten Segmente wurden mit der Signalentdeckungstheorie untersucht und bewertet. Dabei wurde gezeigt, dass sich für verschiedene Artefakte unterschiedliche Methoden am besten eigen und bewertet welche der Methoden sich bei der Detektion der Artefakte insgesamt eignet.

Ear near EEG systems have been developed for mobile wireless application of EEG measurements. These are intended, among other things, for everyday use or for monitoring epilepsy patients. Since artifacts always occur in EEG measurements, they make the application of EEG measurements in these situations difficult. In order to determine differences between classical EEG data and near-ear EEG data, the latter were first analyzed temporally. Subsequently, artifacts in EEG data measured close to the ear were identified and characterized in order to be able to identify them reliably. In doing so, the channels in which certain artifacts are primarily contained were identified, their average amplitude was determined, and their shape was analyzed. In order to reliably detect and remove artifacts from EEG data measured close to the ear, the three methods Threshold, Kurtosis and Joint Probability were evaluated. The number of segments detected in each case was examined and evaluated using signal detection theory. It was shown that different methods are best suited for different artifacts and evaluated which of the methods is suitable for the detection of the artifacts as a whole.

Quantifizierung der richtungsabhängigen Schalleintragskomponente am Trommelfell bei einem offenen Im-Ohr-Hörsystem mit nicht-individueller Passform
Vincent Gräfen

Bachelorarbeit im Studiengang Hörtechnik und Audiologie
Betreut durch Prof. Dr. Matthias Blau und Prof. Dr. Martin Hansen
Eingereicht am 31. März 2021

Im Rahmen des Sonderforschungsbereich 1330 „Hörakustik: Perzeptive Prinzipien, Algorithmen und Anwendungen“ wurde ein individuell anwendbares akustisches Ohrstück mit einer generischen Otoplastik entwickelt. Mittels diesem wurde die sogenannte Hearpiede-Datenbank, eine Ansammlung von verschiedenen akustischen Transferfunktionen erstellt. Bei der Auswertung der Daten wurden verschiedene Auffälligkeiten beobachtet. Theoretische Untersuchungen zeigten bisher bei eingesetzten Ohrstücken eine ungerichtete Schallübertragung im Restvolumen. Die Auswertung zeigte für die Datensätze der Datenbank jedoch, dass der Schall zwischen einem Mikrofon am inneren Ende des Ohrstückes und dem Trommelfell individuell auftretende Richtungsabhängigkeiten aufweist. Eine mögliche Erklärung für diese können akustische Undichtigkeiten in dem betrachteten System sein. Diese Arbeit führt eine genauere Betrachtung der auftretenden Richtungsabhängigkeiten durch die zusätzliche Schalleintragskomponente im Kontext mit der gemessenen Einfügedämmung des Im-Ohr-Hörsystems. Messungen mittels verschiedener Silikoneinsätze an einer endlichen Schallwand zeigen einen Zusammenhang im Muster der Richtungsabhängigkeit der Einfügedämmung des Im-Ohr Hörsystems und den aufretenden Richtungsabhängigkeiten in der Restgehörgangsübertragungsfunktion. Beide Effekte sind individuell durch die entsprechende Dichtigkeit des Hearpieces gekennzeichnet. Die Auswertung der Probandendaten aus der Hearpiece-Datenbank zeigt, dass Leckage eine wahrscheinliche Ursache für die Richtungsabhängigkeiten in den Transferfunktionen ist. Eine genaue Bestimmung der zusätzlich eindringenden Schallkomponente ist jedoch aufgrund individueller struktureller Unterschiede nicht möglich. Anhand des Frequenzverlaufs der Einfügedämmung und den auftretenden Richtungsabhängigkeiten kann dennoch eine grobe Klassifizierung stattfinden.

In the framework of the Collaborative Research Center 1330 „Hearing Acoustics: Perceptive Principles, Algorithms and Applications“ an individually applicable acoustic earpiece with a generic earmold was developed. By means of this, the so-called Hearpiece database, a collection of different acoustic transfer functions, was created. During the evaluation of the data, various anomalies were observed. Theoretical investigations previously showed an undirected sound transfer in the residual volume for inserted earpieces. However, the evaluation showed for the data sets of the database that the sound between a microphone at the inner end of the earpiece and the eardrum shows individually occurring directional dependencies. A possible explanation for these may be acoustic leakage in the system. This work takes a closer look at the directional dependencies that occur due to the additional sound input component in the context of the measured insertion loss of the in-the-ear hearing system. Measurements using different silicone inserts on a finite baffle show a correlation in the pattern of the directional dependence of the in-the-ear hearing system’s attenuation and the emerging directional dependencies in the residual auditory canal transfer function. Both effects are individually characterized by the corresponding tightness of the hearpiece. Analysis of the subject data from the hearpiece database indicates that leakage is a likely cause of the directional dependencies in the transfer functions. However, an exact determination of the additional penetrating sound component is not possible due to individual structural differences. Nevertheless, a rough classification can be made on the basis of the frequency response of the insertion loss and the directional dependencies that occur.

Analyse der Aussagekraft von Fragebögen im Rahmen der CI-Voruntersuchung
Janique Reinwaldt

Bachelorarbeit im Studiengang Hörtechnik und Audiologie
Betreut durch Prof. Dr. Inga Holube und Dr. Jana Müller (Evangelisches Krankenhaus Oldenburg)
Eingereicht am 19. März 2021

Häufig lehnen potentielle Kandidaten eine Versorgung mit einem Cochlea-Implantat (CI) ab, obwohl sie nach klinischer Beurteilung davon profitieren könnten. Während des vielschichtigen diagnostischen Prozesses werden Frageninventare, wie die „Speech, Spatial and Qualities of Hearing Scale“ (SSQ) und der Höranstrengungsfragebogen ausgehändigt, welche das subjektive Hörempfinden in verschiedenen Alltagssituationen abfragen sowie mögliche Einflussfaktoren auf das Erleben der Hörminderung aufdecken sollen. Da der Nutzen dieser Frageninventare im Rahmen der CI-Voruntersuchung teilweise noch fraglich ist und die Gründe für die Entscheidung gegen eine CI-Versorgung meist ungeklärt sind, bildet das Ziel dieser Arbeit die Analyse der beantworteten Fragebögen von potentiellen CI-Kandidaten. Insgesamt wurden die präoperativen Befunde von 160 Patienten (73 männlich, 87 weiblich, durchschnittliches Alter 59,8 Jahre), die sich im Zeitraum zwischen 2017 und 2020 zur CI-Voruntersuchung am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg vorstellten, erhoben und retrospektiv ausgewertet. Zur Analyse eines Unterschieds wurde eine Gruppierung der Datensätze für letztlich CI-implantierte und nicht-implantierte CI-Kandidaten vorgenommen und Paarvergleiche durchgeführt. Es wurde eine Korrelationsanalyse durchgeführt, um die Eignung der Fragebögen im Rahmen der präoperativen CI-Diagnostik durch den Zusammenhang zu wichtigen Befunden der Diagnostik zu beurteilen. Dafür wurden Daten, wie die Hörschwelle, das Sprachverstehen in Ruhe und im Störgeräusch, das Alter, die Schwerhörigkeitsdauer und Parameter, wie Tinnitus, Schwindel, und SSD (engl. Single Sided Deafness) für alle CI-Kandidaten erfasst. Eine logistische Regressionsanalyse ermöglichte die Untersuchung der Fragebögen als Prädiktoren einer CI-Versorgung. Zudem wurden die bereits genannten Parameter als Einflussvariablen auf die Entscheidung zur CI-Versorgung untersucht und der Analyse hinzugezogen. Die Analyse zeigte, dass es signifikante Unterschiede zwischen der subjektiven Bewertung des räumlichen Hörens im SSQ und dem Mittelwert im SSQ von implantierten und nicht-implantierten CI-Kandidaten gibt. Potentielle CI-Kandidaten, die sich gegen die CI-Versorgung entschieden, bewerteten Fragen des SSQ, insbesondere zum räumlichen Hören, höher/besser. Für alle weiteren untersuchten Parameter, einschließlich der Bewertungen von Fragen des Höranstrengungsfragebogens, zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Zudem konnten Zusammenhänge zwischen der Bewertung von Fragen des SSQ sowie des Höranstrengungsfragebogens zu wichtigen audiologischen Maßen nachgewiesen werden. Die Bewertung von Fragen des SSQ zum Sprachverstehen und räumlichen Hören sowie der Mittelwert des SSQ konnten, im Gegensatz zum Höranstrengungsfragebogen und allen weiteren Parametern, als signifikante Prädiktoren für eine CI-Implantation identifiziert werden.

Often, potential candidates decline to receive a cochlear implant (CI), even though clinical assessment suggests they may benefit. During the complex diagnostic process, questionnaires such as the „Speech, Spatial and Qualities of Hearing Scale“ (SSQ) and the Hearing Effort Questionnaire are administered to assess subjective hearing perception in various everyday situations and to identify possible factors influencing the experience of hearing loss. Since the usefulness of these questionnaires in the context of CI pretesting is still partly questionable and the reasons for the decision against CI implantation are mostly unexplained, the aim of this work is to analyze the answered questionnaires of potential CI candidates. The preoperative findings of 160 patients (73 male, 87 female, mean age 59.8 years) who presented for CI screening at the Evangelisches Krankenhaus Oldenburg between 2017 and 2020 were collected and retrospectively analyzed. To analyze a difference, data sets were grouped for CI-implanted and non-implanted CI candidates and pairwise comparisons were performed. A correlation analysis was performed to assess the appropriateness of the questionnaires in the context of preoperative CI diagnosis by their relationship to important diagnostic findings. For this purpose, data such as hearing threshold, speech understanding in quiet and in noise, age, duration of hearing loss, and parameters such as tinnitus, vertigo, and SSD (Single Sided Deafness) were collected for all CI candidates. A logistic regression analysis allowed the investigation of the questionnaires as predictors of CI implantation. In addition, the parameters already mentioned as influencing variables on the decision for CI implantation were investigated and added to the analysis. The analysis showed that there were significant differences between the subjective evaluation of spatial hearing in the SSQ and the mean in the SSQ of implanted and non-implanted CI candidates. Potential CI candidates who decide against CI implantation rated issues of SSQ, especially spatial hearing, higher/better. For all other parameters studied, including ratings of questions of the Hearing Effort Questionnaire, there were no significant differences between the groups. In addition, correlations between the ratings of questions of the SSQ as well as the Hearing Effort Questionnaire on important audiological measures were demonstrated. The assessment of questions of the SSQ on speech understanding and spatial hearing as well as the mean score of the SSQ could be identified as significant predictors for CI implantation, in contrast to the Hearing Effort Questionnaire and all other parameters.

Electrocochleography as a potential indicator of cochlear synaptopathy
Swantje Hansen

Bachelorarbeit im Studiengang Hörtechnik und Audiologie
Betreut durch Prof. Dr. Martin Hansen und Prof. Dr. T. Dau
Eingereicht am 17. März 2021

Many people who are considered normal hearing complain about difficulties in speech intelligibility in situations with background noise. The underlying cause of this ’hidden’ hearing loss could be the so-called cochlear synaptopathy. Cochlear synaptopathy describes a loss of synapses that has been associated with noise exposure and aging. Recent work indicated that an age-related decrease of the frequency following response (FFR) could be a neural correlate of cochlear synaptopathy. In the course of this study, in a combined experimental set-up, both FFR (using scalp electrodes) and electrocochleography (ECochG) using a tiptrode and a tympanic membrane (TM) electrode were used to measure electrophysiological responses to tones at brainstem and cochlear levels. For this purpose, a measurement set-up was developed at the newly established Copenhagen Hearing and Balance Center (CHBC) at Rigshospitalet in Copenhagen, Denmark. In the course of the first trial measurements, stimulus artifacts occurred that had to be treated before starting the main study. By means of shielding of the transducer and the transducer cable as well as grounding of the transducer box, its cable and the reclining chair, a tendency of an improvement of the extent and prevalence of artifacts could be observed on a phantom head as well as on test subjects. In the final measurement set-up, four of the five measurements performed were free of artifacts. For this small data set, an age-dependent difference in the FFR response was found at a frequency of 706 Hz, 1086 Hz and 1466 Hz, but not at 326 Hz for all three evaluation criteria. These evaluation criteria included the FFR amplitude, the SNR, and the inter-trial phase coherence (ITPC) averaged over time. In addition, an approach, based on the variance of the ITPC over time, was developed to estimate the latencies of the individual generators that contributed to the obtained FFR recordings. However, a larger data set is needed to test the reliability of this approach and and to confirm the observed age-related effects.

Obtaining reference values for the Oldenburg sentence test in a new measurement setup
Zakaria Souf

Bachelorarbeit im Studiengang Hörtechnik und Audiologie
Betreut durch Prof. Dr. Inga Holube und Priv. Doz. Dr. med. Parwis Agha-Mir-Salim (Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Berlin)
Eingereicht am 16. März 2021

Die bisher bekannten Referenzwerte für den Oldenburger Satztest (OLSA) sind auf die Standardeinstellungen für Sprache aus der Vorne-Richtung (0°) und Störgeräusch ebenfalls als 0° oder aus 90° (S0N0; S0N90) beschränkt. Diese Arbeit zielt darauf ab, neue Referenzwerte für den OLSA in komplexen Hörsituationen zu finden, die dazu beitragen können, Sprachverstehen in einer ökologisch validen Umgebung zu bewerten. Dazu wurden verschiedene Test-Konfigurationen und Hörbedingungen miteinander verglichen. In dem neuen Setup wurde das Sprachsignal adaptiv von vorn (S0) und das Störgeräusch OLnoise fix aus drei verschiedenen Lautsprechern präsentiert, die hinter den Probanden positioniert waren (N120, N180, N240). Durch die alternative Einbindung eines Sprachsignals (International Speech Test Signal, ISTS) aus der Richtung 180° wurde der Cocktailparty-Effekt ausgelöst. Beide Konfigurationen wurden unter symmetrischen und asymmetrischen Hörbedingungen mit Probanden ohne Hörbeeinträchtigung gemessen. Bei der asymmetrischen Hörbedingung wurde ein Ohr mit einem Gehörschutz verschlossen. Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Sprachverständlichkeit in der symmetrischen Hörbedingung im Vergleich zu der asymmetrischen Hörbedingung verbessert. Es zeigte sich auch, dass die Probanden in der Konfiguration mit ISTS in der asymmetrischen Hörbedingung etwas schlechter abschnitten. Der beobachtete symmetrische Hörvorteil wurde mit der minimalen Summe mehrerer binauraler Effekte erklärt. Darüber hinaus wurde der Nachteil in der ISTS-Konfiguration auf das im ISTS vorhandene „informational masking“ zurückgeführt. Das Fehlen dieses Effekts in der symmetrischen Hörbedingung wurde auf die schlechte Verarbeitung der Informationsmaskierung bei Probanden, deren asymetrischer Hörverlust erst seit kurzer Zeit auftrat bzw. künstlich hergestellt wurde, zurückgeführt.

The current reference values for the Oldenburg sentence test (OLSA) are limited to the standard setups for speech from the frontal direction (0°) and noise from 0° or 90° (S0N0; S0N90). This work aims to find new reference values for the OLSA in complex listening situations that can help evaluate speech intelligibility in an ecologically valid environment. Furthermore, it focused on comparing the different configurations and conditions in the new setup. The new setup included three noise sources placed behind the subject at 120°, 180°, and 240° azimuth and a speech signal at 0° azimuth. One configuration only included the OLnoise as a noise signal, and the other incorporated the International Speech Test Signal (ISTS) at 180° azimuth. Incorporating the ISTS triggered the cocktail party effect. Both configurations were measured under symmetrical and asymmetrical listening conditions with normal-hearing participants. In the asymmetrical listening condition, an ear plug was used for one ear. The results showed that speech intelligibility improved in the symmetrical listening condition when compared with the asymmetrical results. They also showed that participants could perform slightly worse under the ISTS configuration in the asymmetrical condition. The work explained that the minimal sum of multiple binaural effects enabled the symmetrical listening advantage. Furthermore, it attributed the disadvantage in the ISTS configuration to the informational masking found in ISTS. The absence of this effect in the symmetric condition was attributed to the insufficient processing of informational masking in newly deprived subjects and its relation to the auditory pathways' changes.

Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Sprachverstehen in Gruppengesprächen und dem Arbeitsgedächtnis in einer Online-Studie
Mira Richts

Bachelorarbeit im Studiengang Hörtechnik und Audiologie
Betreut durch Prof. Dr. Inga Holube und Prof. Dr. Martin Hansen
Eingereicht am 15. März 2021

Die Durchführung von Studien im Labor wird zur Zeit durch die Corona-Pandemie erschwert. Methoden, die eine räumliche Distanz zwischen Untersucher:innen und Proband:innen ermöglichen (sogenannte Remote-Testverfahren), könnten sich als Ersatz im Lockdown eignen und sich als gute Ergänzung zu herkömmlichen Studien erweisen. Insbesondere Online-Studien ermöglichen die zeit- und ressourcenarme Untersuchung großer Proband:innengruppen. Jedoch kann die Präsentation der Stimuli und die Umgebung der Proband:innen deutlich weniger kontrolliert werden. Eine Analyse verschiedener Plattformen zur Umsetzung von Online-Studien ergab, dass der Gorilla Experiment Builder eine kostengünstige und effiziente Erstellung und Durchführung ermöglicht. Ein niederschwelliger Einstieg und modularer Aufbau von Experimenten machen ihn zudem für den Einsatz in der Lehre attraktiv. Zusätzlich zur Untersuchung der Vor- und Nachteile von Online-Studien wurde eine eigene Online-Studie durchgeführt. Lautsprache ist ein relevanter Faktor von Kommunikation im Alltag und wird in komplexen Situationen oder durch eine Hörbeeinträchtigung erschwert. Daher ist die Untersuchung des Sprachverstehens ein wichtiges Gebiet in der audiologischen Forschung. Der Hörstatus ist allerdings nicht der einzige Faktor der das Sprachverstehen erklären kann. Vielfach werden kognitive Funktionen als mögliche Einflussfaktoren untersucht. Insbesondere dem Arbeitsgedächtnis wird eine wichtige Rolle zugeschrieben. In einem Vorgängerprojekt wurde mit dem Concurrent Oldenburger Satztest (CCOLSA) ein neuer Ansatz entwickelt, um eine komplexe Sprechsituation mit mehreren Sprecher:innen im Störgeräusch untersuchen zu können. Für die folgende Arbeit wurde der CCOLSA über Kopfhörer umgesetzt und in einer Online-Studie getestet. Zusätzlich wurde die Zahlenmerkspanne rückwärts als Maß für die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses erhoben. Es konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Sprachverstehen und dem Arbeitsgedächtnis gefunden werden.

Conducting studies in the laboratory is currently made more difficult by the Corona pandemic. Methods that allow a spatial distancing between researchers and subjects (so-called remote testing methods) could be suitable as a substitute in lockdown and prove to be a good complement to conventional studies. Online studies, in particular, allow large groups of subjects to be studied in a time- and resource efficient manner. However, the presentation of the stimuli and the environment of the subjects can be much less controlled. An analysis of different platforms for the implementation of online studies showed that the Gorilla Experiment Builder enables a cost-effective and efficient implementation. An easy start and modular design of experiments also make it attractive for use in teaching. In addition to investigating the advantages and disadvantages of online studies, an online study was conducted. Spoken language is a relevant factor of communication in everyday life and becomes more difficult in complex situations or due to a hearing impairment. Therefore, the study of speech understanding is an important area in audiological research. However, hearing status is not the only factor that can explain speech recognition. In many cases, cognitive functions are investigated as possible influencing factors. In particular, working memory is thought to play an important role. In a previous project, the Concurrent Oldenburg Sentence Test (CCOLSA) was developed as a new approach to investigate a complex speech situation with multiple speakers in noise. For this thesis, the CCOLSA was implemented over headphones and tested in an online study. In addition, the digit span backwards was collected as a measure for the capacity of working memory. No significant relationship was found between speech recognition and working memory.

Entwicklung und Evaluation einer aktiven EEG-Elektrode inklusive der Entwicklung eines elektrischen Kopfmodells
Tammo Sander

Bachelorarbeit im Studiengang Hörtechnik und Audiologie
Betreut durch Prof. Dr. Jörg Bitzer und Jan Wellmann M.Sc.
Eingereicht am 15. März 2021

In dieser Bachelorarbeit wird die Entwicklung einer aktiven EEG-Elektrode und eines elektrischen Kopfmodells präsentiert. Bei der Entwicklung der Elektroden werden zwei Ansätze vorgestellt und untersucht, die mit Hilfe von kleinen zusätzlichen Schaltungen die Signalqualität verbessern sollen. Der Fokus liegt dabei auch auf der Verbesserung der Robustheit gegenüber Bewegungen. Auch die Ausarbeitung eines elektrischen Kopfmodells wird in dieser Bachelorarbeit betrachtet, mit dem die entwickelten Elektroden reproduzierbar untersucht werden können sollen. Dazu wird zunächst ein Überblick über den medizinischen und technischen Hintergrund gegeben. Anschließend folgt die eigentliche Entwicklung. Als Letztes werden die zur Verifizierung durchgeführten Messungen erläutert und die Ergebnisse vorgestellt und ausgewertet.

This Bachelor Thesis presents the developement of an active EEG-electrode and an electrical head model. Due to the developement of the electrodes, two approaches will be presented. As a possible approach for an electrical model of the human head, an electrical network was developed and will be presented in the Bachelor Thesis. In the first Part of this Bachelor Thesis an overview of the important biological and technical theories will be given. Afterwards the developement of the electrodes and the head model will be explained. In the last part of this Bachelor Thesis the performed measurements and its results will be described. Keywords: