Erfassung von Kopfbewegungen

Kopfbewegungen beeinflussen das räumliche Hören von Schallquellen, sind aber für das Richtungshören nicht notwendig. Aufgrund der hohen Reizauflösung des Ohres kann durch den Zeit- und Intensitätsunterschied beim Hören die Schallquelle durch den Abgleich beider Ohren lokalisiert werden (Blauert, 1997). Kopfbewegungen beim Hören können in drei Klassen unterteilt werden: Kipp-, Neige- und Drehbewegungen (Blauert, 1997). Im Rahmen des Teilprojektes wird für die Untersuchung der Kopfbewegungen ein optisches Trackingverfahren eingesetzt, das den in diesem Vorhaben gestellten Anforderungen (Messvolumen: bis 1m³, Winkelgenauigkeit: < 1°, Messfrequenz: bis 30Hz) entspricht.

Folgende Thesen werden im Projektzeitraum untersucht:

  • Kopfdrehungen verbessern die Fähigkeit zur Ortung von Schallquellen
  • Kopfdrehungen in Richtung der Schallquelle verbessern die Hörqualität
  • Große Kopfdrehungen in Richtung der Schallquelle unterstützen das Sprachverstehen
  • Schwerhörige Menschen mit guter Hörversorgung verwenden weniger kleine Kopfbewegungen als schwerhörige Menschen ohne Hörversorgung
  • Die Zunahme von kleinen Kopfbewegungen kann als objektives Maß für Höranstrengung gewertet werden

Nach der Installation des Trackingsystems wird dieses mit der Wellenfeldsynthese sowie den Biosignalen synchronisiert. Dieser Schritt ist notwendig, damit die Reaktionen der Probanden auf die mit Hilfe der Wellenfeldsynthese erzeugten Schallquellen aufgenommen werden können. Darüber hinaus müssen alle Ergebnisse verifiziert werden.


Veröffentlichungen