Promotionsstipendium: Alleinleben mit Demenz GESA

Im Rahmen des vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Promotionsprogramms „Gesundheitsbezogene Versorgung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter: Konzepte, Bedürfnisse der Nutzer und Responsiveness des Gesundheitssystems aus Public-Health-Perspektive – GESA –Health related care for a self-determined life in old age – Theoretical concepts, users’ needs and responsiveness of the health care system“ wurden 15 Georg-Christoph-Lichtenberg-Promotionsstipendien vergeben.

Das Promotionsstipendium für das Dissertationsthema „Alleinleben mit Demenz“ belief sich auf den Zeitraum von 02/2015 bis 12/2016. Das Promotionsprogramm wurde von der Medizinischen Hochschule Hannover in Kooperation mit der Universität Osnabrück, der Jade Hochschule Wilhelmshaven Oldenburg Elsfleth, Studienort Oldenburg sowie dem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig durchgeführt. Im Anschluss daran bis zum 02/2019 ist die Dissertation im Promotionsprogramm Jade2Pro angesiedelt.  

Im Rahmen der Dissertation soll das Phänomen des Alleinlebens mit einer Demenzerkrankung betrachtet werden. Inwiefern diese Thematik auch im Fokus der Gesundheitsforschung steht, wurde zu Beginn der Arbeit geprüft. Ein Fazit aus einer vergleichenden Analyse nationaler Altersstudien und Studien mit alterswissenschaftlichem Analaysepotenzial ist, dass über die Versorgungssituation von alleinlebenden demenziell Erkrankten wenig bekannt ist. Mit Blick auf die zunehmende Singularisierung des Alters und Veränderungen von Familienstrukturen wirft vor allem die künftige Versorgung dieser Personengruppe Fragen an Politik und Praxis auf. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2017 eine Studie mit ambulanten Pflegediensten in Oldenburg durchgeführt. Ziel war es, Daten über alleinlebende demenziell veränderte Personen und ihre ambulante Pflegesituation zu gewinnen. Auf dieser Ergebnisgrundlage werden gegenwärtig qualitative Interviews mit demenziell Betroffenen durchgeführt. Im Fokus der Untersuchung steht die Frage nach der Bedeutung biografischer Aspekte bei der Ausgestaltung des Pflegearrangements eines demenziell Erkrankten ohne familiäre Ressourcen. Leifragen sind hierzu: 

  • Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen in der Selbst- und Krankheitswahrnehmung von Menschen mit einer Demenzerkankung?
  • Welche Rolle spielen dabei biografische Hintergründe?
  • Welche Bedeutung haben biografische Aspekte bei der Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes?

Durch qualitative Interviews wird eine Forschung mit statt über demenziell Betroffene angestrebt.  Die Forschungsarbeit soll dazu beitragen, das Phänomen des Alleinlebens mit einer Demenzerkrankung stärker in den wissenschaftlichen und politischen Blick zu rücken und Impulse für die Versorgungspraxis zu generieren.

Veröffentlichungen

  • Illiger, K., Walter U., Koppelin, F. (2016) „Alleine Leben mit Demenz? Aktuelle Versorgungsstrategien in der Politik“, in: Public Health Forum. Forschung - Lehre – Praxis, Berlin, Boston: De Gruyter.
  • Illiger, K., Walter, U., Koppelin, F. (2017) Demenz im Fokus der Gesundheitsforschung – eine vergleichende Analyse aktueller Altersstudien, in: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung, Berlin: Springer Verlag.
  • Illiger, K., Koppelin, F. (2017) Der Einsatz technischer Lösungen zur Tertiärprävention von Demenz, in: Das Gesundheitswesen. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag KG Stuttgart • New York.