Good auditory ecology for active and healthy aging - Gutes Hören für aktives und gesundes Altern (AudEc)

AudEc ist ein schwedisch-britisch-deutsches Kooperationsprojekt. Wissenschaftler_innen der Universität Linköping, des IHA und des University College London erforschen die akustischen Alltagsbedingungen und ihre Wahrnehmung durch das alternde Gehör. Eine zentrale Methode des Projekts ist das Ecological Momentary Assessment (EMA). Unter EMA versteht man eine vielfach wiederholte, mit digitalen Hilfsmitteln durchgeführte Erhebung subjektiver und objektiver Daten im Alltag.

In AudEc wird das EMA-System olMEGA eingesetzt, das hier am IHA im Forschungsschwerpunkt HALLO entwickelt wurde und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Die Probandenuntersuchungen finden in Linköping statt. Teilnehmen werden Frauen und Männer zwischen 65-80 Jahren.

Zunächst führen die Studienteilnehmer_innen eine dreiwöchige EMA durch. Die Alltagsdaten werden individuell analysiert. Für jede Teilnehmerin, jeden Teilnehmer wird eine einzelne Hörsituation mit störenden Umgebungsgeräuschen ausgewählt, die als besonders schwierig beschrieben wurde. Aus den objektiven technischen Daten, die für diese schwierige Situation gespeichert sind, wird sodann ein individualisierter Hörtest erstellt. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer wird in der Störschallkondition getestet, die als besonders schwierig und störend erlebt wurde. Zusätzlich werden verschiedene hörrelevante Größen in Laborexperimenten untersucht. In einem der Experimente geht es um die Verwendung von Kommunikationsstrategien. Zwei Teilnehmer_innen erhalten eine Aufgabe (Bildervergleich), die nur mit einem fortgesetzten Frage- und Antwortdialog zu bewältigen ist. Die solcherart motivierten Gespräche werden mit verschiedenen, alltagsnahen Störgeräuschen begleitet.

AudEc ist wie die Vorgängerprojekte HALLO und IHAB-RL ein stark interdisziplinär ausgerichtetes Projekt. An der Planung und Durchführung sind Wissenschaftler_innen aus der Psychologie, Audiologie, Signalverarbeitung und der Rehabilitationsforschung beteiligt.

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Suchbildaufgabe (Beispiel). Zwei Studienteilnehmer_innen sehen jeweils nur eines der oben dargestellten Bilder. Die Bilder unterscheiden sich in einigen Details. Die Studienteilnehmer_innen sind aufgefordert, die Unterschiede im Dialog zu identifizieren. (Bildquelle: Baker & Hazan (2011) DiapixUK: task materials for the elicitation of multiple spontaneous speech dialogs. Behavior research methods 43.3, 761-770)