Ermittlung des Hörstatus der Bevölkerung anhand einer repräsentativen Erhebung im Weser-Ems-Gebiet HÖRSTAT

Die Untersuchung zum Hörstatus der Bevölkerung wird durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und das Land Niedersachsen unterstützt. Das Projekt wurde zum 30.9.2012 erfolgreich beendet. Einen Fachbeitrag aus dieser Studie finden Sie hier: Prävalenz von Schwerhörigkeit im Nordwesten Deutschlands. Wir danken allen Oldenburger und Emder Bürgern, die sich an HÖRSTAT beteiligt haben!

Warum ist HÖRSTAT wichtig?

Derzeit sind keine aktuellen Angaben zum Hörstatus Deutschlands verfügbar. Der Zustand des Hörvermögens wird nach einer Studie aus dem Jahr 1986 abgeschätzt, deren Auswertung keinen Vergleich mit internationalen Studien erlaubt. Neuere Untersuchungen zum Hörstatus in Deutschland basieren entweder auf einer nicht-repräsentativen Erhebung oder sie beschreiben ausschließlich die subjektive Einschätzung des Hörvermögens. Mit HÖRSTAT werden objektive und aktuelle Daten zur Verbreitung von Hör- und Kommunikationsstörungen erhoben. Im Licht aktueller epidemiologischer Kenntnisse kann eingeschätzt werden, inwiefern vorbeugende Maßnahmen und Hilfen für bereits hörbeeinträchtigte Menschen in öffentlichen Räumen verstärkt werden sollten. Mehr zum wissenschaftlichen Hintergrund finden Sie hier: "Wie viele Menschen sind schwerhörig?"

Wer führt die Studie durch?

HÖRSTAT ist eine Studie des Instituts für Hörtechnik und Audiologie an der Jade Hochschule und steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Inga Holube. Partner aus der Hörforschung, Hörakustik und der Medizindiagnostik unterstützen HÖRSTAT. Die Hörtests und Befragungen selbst werden von zehn Mitarbeitern des Instituts durchgeführt, die für diese Studie intensiv geschult und vorbereitet wurden.

Welche Tests werden gemacht?

HÖRSTAT ist auch für Sie als Studienteilnehmer vielseitig. Neben einem Interview gehören folgende Untersuchungen zum Programm:

  • Otoskopie. Dies ist eine optische Kontrolle des Ohres. Durchgeführt wird sie mit einem Otoskop, das im Prinzip wie eine Lupe mit Lichtquelle funktioniert, und einem kleinen Trichter. Mit dem Otoskop kann der Zustand des Trommelfells beurteilt werden. Diese Untersuchung wird routinemäßig bei Hörgeräteakustikern und in HNO-Praxis durchgeführt.
  • Tonaudiometrie. Diese Gehöruntersuchung ist der bekannteste Hörtest. Bestimmt wird die Hörschwelle für verschieden hohe Töne, d.h. der Punkt, an dem die Schwelle von „nicht gehört“ zu „gerade eben gehört“ überschritten wird. Diese Schwellen werden meist mit Bezug auf junge normalhörende Erwachsene in ein Diagramm gezeichnet, das sogenannte Audiogramm. Ermittelt werden die Hörschwellen für Luftleitung und die Hörschwellen für Knochenleitung. Hierfür werden verschiedene Kopfhörer eingesetzt. Bei der Luftleitungsmessung liegt der Kopfhörer auf dem Ohr, bei der Knochenleitungsmessung hinter dem Ohr.
  • Göttinger Satztest. Dies ist ein Testverfahren mit dem das Sprachverstehen in Störgeräuschen gemessen wird. Ist es ruhig, haben viele Menschen keine oder kaum Schwierigkeiten einen Sprecher zu verstehen. Kommen aber Umgebungsgeräusche hinzu - seien es lebhafte Gespräche auf einer Party oder Straßenverkehr - kann das Verstehen selbst bei leichteren Höreinschränkungen unterschiedlich schwierig werden.
  • Der Ziffern-Tripel-Test. Auch dieser Test untersucht das Verstehen von Sprache im Störgeräusch. Anders als der Göttinger Satztest benötigt er keine medizintechnischen Messinstrumente, sondern lediglich ein gewöhnliches Telefon.

Wie lange dauern die Tests?

Auf- und Abbau der mobilen Messtechnik, Hörtests und das Fragebogen-Interview nehmen in der Regel rund 60 Minuten in Anspruch.

Wer kann an HÖRSTAT teilnehmen?

Teilnehmen kann nur, wer eine Einladung erhält. Eingeladen werden rund 2000 Personen aus Oldenburg und Emden, die aus dem Einwohnermelderegistern nach einer Zufallsauswahl bestimmt wurden. Proportional zur Verteilung in der deutschen Bevölkerung wurden Frauen und Männer verschiedener Altersstufen ausgelost. Der Zufall ist Prinzip und wesentliche Voraussetzung für eine repräsentative Erhebung. Niemand kann sich also auf eigene Initiative anmelden. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen zurückgenommen werden.

Wo finden die Hörtests statt?

Die Höruntersuchungen und die Befragung können kann sowohl bei Ihnen zu Hause als auch in den Institutsräumen bzw. in der Fachhochschule Emden stattfinden. Benötigt werden lediglich ein angemessen ruhiger Raum, ein Tisch, zwei Stühle und eine Steckdose. Bei HÖRSTAT wird eine tragbare Messtechnik eingesetzt, die in einen Koffer passt. Sie haben also freie Wahl und können Ort und Termin mit den Mitarbeitern per Telefon oder per Mail vereinbaren.

In Oldenburg

Das Institut für Hörtechnik und Audiologie finden Sie in der Zeughausstraße 73A. Es ist zentral in Oldenburg gelegen und gut mit dem öffentlichen Nahverkehr, Fahrrad oder Auto zu erreichen. Einen Parkplatz am Institut können Sie bei der Terminvereinbarung problemlos reservieren lassen. Die Anfahrtskizze zum Institut finden Sie hier.

In Emden

Die Fachhochschule Emden liegt am Constantiaplatz nahe dem Gewerbegebiet Ubierstraße und ist gleichfalls gut mit dem öffentlichen Nahverkehr, Auto oder Fahrrad zu erreichen. Parkplätze stehen in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Auf der Rückseite Ihres Einladungsschreibens finden Sie Anfahrtskizze und Wegeplan für den Campus der Fachhochschule.

Muss ich mich irgendwie vorbereiten?

Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig, jedoch sollten Sie sich in den Stunden vor dem vereinbarten Termin nicht sehr großen Lärm aussetzen. Hohe Schallpegel wirken nämlich noch einige Zeit nach. Ihre normale Hörfähigkeit ließe sich dann in den Tests nicht feststellen.

Wie sind meine Privatsphäre und meine Daten geschützt?

Personen- und Verwaltungsdaten werden in HÖRSTAT grundsätzlich getrennt von den Erhebungsdaten gehalten. Für Namen, Anschriften und Terminvereinbarungen besteht eine Verwaltungsdatenbank. Die Ergebnisse der Hörtests und Interviews werden in eine eigene Erhebungsdatenbank überführt. Um die Test- und Befragungsergebnisse jedes Studienteilnehmers sicher zu einem Datensatz zusammenführen zu können, verwenden die HÖRSTAT-Mitarbeiter Kennnummern. Deshalb sind Ihre Personendaten einmalig und nur zum Zeitpunkt der Testdurchführung mit den Erhebungsdaten verknüpft. Erhebungsdatensätze enthalten durchgängig weder Namen noch Anschriften. Erhalten bleiben aber die Angaben zum Geschlecht und zur Altersgruppe. Die Datensätze aller Studienteilnehmer werden in einen Pool zusammengefasst und ausgewertet. Beide Datenbanken werden streng vertraulich behandelt. Die HÖRSTAT-Mitarbeiter sind über die datenschutzrechtlichen Bestimmungen informiert und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Eine Rohdatenweitergabe oder ein Zugriff auf Ihre Daten beispielsweise durch Versicherungen, Krankenkassen oder Behörden ist ausgeschlossen.

Der Datenschutzbeauftragte der Jade Hochschule prüfte die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen in der Studie HÖRSTAT und erhob keine Einwände.