Klinische versus bevölkerungsbasierte Datenbasis

Nach Auswertung bevölkerungsbasierter Daten im FSP HALLO ist davon auszugehen, dass rund 16 % der Erwachsenen einen durch Schwerhörigkeit geprägten Höralltag erleben (Holube und von Gablenz, 2013a; Holube und von Gablenz, 2013b; Holube et al., 2014b; von Gablenz und Holube, 2015b). Ein Ergebnis, das durch Kreuzvalidierung mit einem süddeutschen Datensatz bestätigt werden konnte (von Gablenz et al., 2016b; von Gablenz et al., 2017b,c). Ferner konnten die bei gesunder Alterung erwarteten Hörverluste abgeschätzt (von Gablenz und Holube, 2014a; Holube, 2015; von Gablenz und Holube, 2016a; von Gablenz und Nüsse, 2018) und ein signifikanter Zusammenhang mit sozialen Statusindikatoren nachgewiesen werden (von Gablenz und Holube, 2015a; von Gablenz und Holube, 2016b; von Gablenz und Holube, 2017a). Ein tieferes Verständnis auffälliger Hörbefunde ermöglichte ein kontrastierender Vergleich mit den klinischen Daten aus dem Hörzentrum Oldenburg, die im FSP aufbereitet und ausgewertet wurden. Analysiert wurde der Verständlichkeitsgewinn bei der räumlichen Trennung von Sprache und Störschall (von Gablenz et al., 2017d). Diese Teilleistung des Gehörs ist insbesondere in akustisch komplexen Alltagssituationen relevant. Die Auswertung lieferte ein differenziertes Bild der mit einer Hörstörung einhergehenden Defizite für verschiedene Messkonditionen und tonaudiometrische Hörprofile.

Veröffentlichungen

Holube I, von Gablenz P (2013a) Wie schlecht hört Deutschland im Alter? 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie, Rostock (Vortrag und Beitrag im Tagungsband).

Holube I, von Gablenz P (2013b) Hörstatus Deutschland. Oticon Symposium, Hamburg. (Vortrag)

Holube I, von Gablenz P, Nüsse T (2014b) Schwerhörigkeit und Hörgeräteversorgung im Alter. Gerontologie und Geriatrie Kongress, Halle a. S. (Vortrag).

Holube, I (2015) Hörvermögen: Was ist eigentlich normal? In: Der kleine Repetitor, Stimme-Sprache-Gehör 39(3), 105-106.

Von Gablenz P, Holube I (2014a) Tonhörschwellen: Was ist heute, was ist morgen normal? 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Akustik, Oldenburg (Vortrag und Beitrag im Tagungsband).

Von Gablenz P, Holube I (2015a) Hörstatus und Sozialstatus. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie, Bochum (Vortrag und Beitrag im Tagungsband).

Von Gablenz P, Holube I (2015b) Prävalenz von Schwerhörigkeit im Nordwesten Deutschlands. HNO 63(3), 195-214.

Von Gablenz P, Holube I (2016a) Hearing threshold distribution and effect of screening in a population-based German sample. International Journal of Audiology 55:2, 110-125.

Von Gablenz P, Holube I (2016b) Social stratification in epidemiological hearing research. Hearing across the Life Span (HEAL), Cernobbio/Como, Italien (Vortrag).

Von Gablenz P, Hoffmann E, Holube I (2016b) Prävalenz von Schwerhörigkeit in Deutschland: Kein Nordsüd-Gegensatz in tonaudiometrischen Daten. 19. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie, Hannover (Vortrag und Beitrag im Tagungsband).

Von Gablenz P, Holube I (2017a) Social inequalities in pure-tone hearing assessed using occupational stratification schemes. International Journal of Audiology 56:7, 443-452.

Von Gablenz P, Hoffmann E, Holube I (2017b) Prävalenz von Schwerhörigkeit in Nord- und Süddeutschland. HNO 65(8), 663-670.

Von Gablenz P, Hoffmann E, Holube I (2017c) Prevalence of hearing loss in Northern and Southern Germany. HNO online (English version).

Von Gablenz P, Plotz K, Wagener K, Vormann M, Schönfeld R, Holube, I (2017d) Sprachverstehen im Störgeräusch in klinischer und bevölkerungstypischer Population. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie, Aalen (Vortrag; Beitrag im Tagungsband).

Von Gablenz P, Nüsse T (2018) Neufassung von DIN EN ISO 7029. Zeitschrift für Audiologie 57:2, 62-63.