Promotionsstipendium: „ Multiperspektivische Analyse der Be- und Entlastungsfaktoren von Pflegestudierenden im Setting der stationären Langzeitpflege unter Berücksichtigung der Personalbemessung"

Das Promotionsstipendium für das Dissertationsthema „Multiperspektivische Analyse der Be- und Entlastungsfaktoren von Pflegestudierenden im Setting der stationären Langzeitpflege unter Berücksichtigung der Personalbemessung" (MAnBeLa) wird ab Februar 2021 gefördert. Das Promotionsprogramm wird von der Jade Hochschule Wilhelmshaven Oldenburg Elsfleth, Studienort Oldenburg sowie der Universität Bremen durchgeführt.

Eine der derzeit bedeutsamsten Herausforderung im gesamtgesellschaftlichen Kontext besteht darin, die pflegerische Versorgung in Deutschland in Zukunft nicht nur sicherzustellen, sondern zugleich die Anwendung evidenzbasierter Pflege zu gestalten und damit die Qualität zu verbessern. Dabei steht die Pflege bereits heute multidimensionalen und in sich verzahnten Problemen besonders im Setting der stationären Langzeitpflege (Alten- und Pflegeheime) gegenüber. Es sind also grundlegende Strategien auf gesundheits- und pflegepolitischer Ebene notwendig, um nachhaltig die Situation in der Pflege zu verbessern. Dazu gehören unter anderem Veränderungsprozesse, die mit einem veränderten Qualifikationsmix in den Einrichtungen – in welcher Form auch immer – einhergehen. Damit eine solche Reform der Personalmessung so implementiert werden kann, dass das Personal durch geringere Belastungen und einem gestärkten ethischen und ganzheitlichen Pflegeverständnis profitiert und letztlich auch die Versorgungsqualität für die Bewohner und Bewohnerinnen verbessert werden kann, müssen schon heute die Voraussetzungen in der Ausbildung der Studierenden geschaffen werden.

Im Rahmen der Dissertation wird untersucht, wie Studierende der primärqualifizierenden und additiven Pflegestudiengänge eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Reformen zur Personalbemessung mit verändertem Qualifikationsmix in der stationären Langzeitpflege einnehmen können und welche Unterstützung sie auf personal-psychischer und organisationsbezogener Ebene dazu von Seiten der Hochschulen und den (kooperierenden) Einrichtungen benötigen. Um Bedingungen dafür zu schaffen, werden aus multiperspektivischer Sicht die Ebenen der Belastungsfaktoren eingebunden und diese im Ergebnis als Konzept zur Vorbereitung und Stärkung der Pflegestudierenden mit Handlungsempfehlungen für Hochschulen und Einrichtungen erarbeitet. Folgende Forschungsfragen sollen dabei beantwortet werden:

  • Welche im Zusammenhang mit dem Forschungsziel relevanten Inhalte (beispielsweise Ethik, Umgang mit Konflikten, Evidenzbasierung) werden an den jeweiligen Hochschulen vermittelt und welche Kriterien und Anforderungen an die Kooperationspartner der stationären Langzeit- pflege lassen sich hieraus ableiten?
  • Welche (neuen) Rollenkonflikte und Erfahrungen mit moralischem Stress (moral distress) erleben Studierende in ihrem Praxiseinsatz der stationären Langzeitpflege oder ihrem Berufsalltag und welche Bewältigungsstrategien nutzen sie? (Mikroebene)
  • Wie erleben die Studierenden die Anwendung von evidenzbasierter und ganzheitlicher Pflege und was hilft ihnen bei der Umsetzung? (Mikro- und Mesoebene)
  • Wie würden Studierende den Pflegealltag in einer Einrichtung der stationären Langzeitpflege unter Berücksichtigung eines veränderten Qualifikationsmixes gestalten, welche Rolle würden sie dabei einnehmen wollen und welche Veränderungsprozesse müssen dafür angestoßen werden? (Mesoebene)
  • Wie können die Ergebnisse als Konzept aufbereitet an die Hochschulen, Einrichtungen der stationären Langzeitpflege und Weiterbildungsträger gebracht werden und worin besteht weiter gesundheitspolitischer Reformbedarf? (Mesoebene, Makroebene, Qualifikationsstrukturen)

Aufgrund dieser spezifischen Forschungsfragen und Forschungsdesiderate wird ein durchgehend qualitatives Forschungsdesign mit unterschiedlichen Methoden gewählt. Dabei wird ein partizipativer Ansatz verfolgt und regionale Strukturen genutzt.