Richtungsabhängige Bezugskurven für den Freiburger Einsilbertest RIBEFREI

Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung haben insbesondere in geräuschvollen Umgebungen Schwierigkeiten, Sprache von Störgeräuschen zu trennen. Daher ist die Verbesserung des Sprachverstehens im Störgeräusch durch eine Hörsystemversorgung besonders wichtig. Dabei übt nicht nur die Art des Störgeräusches, sondern auch die Raumakustik und die Richtung aus der das Störgeräusch kommt, einen entscheidenden Einfluss auf das Sprachverstehen aus.

In der Hilfsmittelrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses ist die Überprüfung der Hörsystemversorgung beschrieben. Zur Erfassung des Hörerfolgs mit Hörsystem wird in Deutschland am häufigsten der Freiburger Einsilbertest (FBE) verwendet. Allerdings ist die zu nutzende räumliche Anordnung der Lautsprecher für die Präsentation von Sprache und Störgeräusch nicht näher spezifiziert, sodass eine quantitative Bewertung der Hörbeeinträchtigung und die Vergleichbarkeit von Messergebnissen bei verschiedener Anordnung nicht möglich ist.

Zusätzlich fehlt es an Bezugskurven (Referenzwerten) für unterschiedliche räumliche Anordnungen für einen Vergleich des Sprachverstehens mit und ohne Hörbeeinträchtigung. Um diese Lücke zu schließen, erfolgen innerhalb des Projekts RIBEFREI Messungen des Sprachverstehens in verschiedenen Messräumen und bei unterschiedlichen räumlichen Präsentationen der Signale. Es ist davon auszugehen, dass die Raumakustik bei der Hörsystemanpassung unterschiedlich ist und auch die Darbietung der Signale nicht einheitlich erfolgt. Somit sind die in diesem Projekt gewonnenen Ergebnisse von hoher praktischer Bedeutung.

Das Institut für Hörtechnik und Audiologie (IHA) der Jade Hochschule in Oldenburg und das Deutsche Hörgeräte Institut (DHI) in Lübeck haben sich zum Ziel gesetzt, eine Norm für unterschiedliche räumliche Messkonfigurationen zu erarbeiten und diese als Grundlage für eine etwaige Neufassung der Hilfsmittelrichtlinie zu empfehlen.


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